Technik Ecke

Elektronik im Helikopter


  1. Robbe Drehzahlregler GV1 Governor

  2. Robbe Drehzahlregler CSC4

  3. Drehzahltabelle für CSC4 und CSC2200

  4. Spezielles zu Graupner Empfänger


Auf dieser Seite finden Sie Infos über diverse im Modellheli verwendete Komponenten. Natürlich handelt es sich dabei um subjektive Erkenntnisse und Erfahrungen, welche keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und absolute Richtigkeit stellen. Kommentare und Ergänzungen sind jederzeit willkommen:

zeiger1.gif ROBBE Drehzahlregler GV1 Governor
23-Apr-1999/Alois HAHN

Der GV1 ist einer der modernsten Drehzahlregler am Markt. Er glänzt durch vielfältige Einstell-bzw. Programmiermöglichkeiten. Mittels des eingebauten LCD Displays ist eine einfache Funktionskontrolle möglich. Daten über die aktuelle Drehzahl, Solldrehzahl usw. sind leicht ablesbar.

Trotz dieser einfachen Bedienbarkeit passiert es einigen unserer Clubmitglieder, daß die derzeit am Markt befindliche Version trotz peinlichster Befolgung der Anweisungen aus der Bedienungsanleitung nicht funktionieren will. Obwohl alle Einstellungen bzw. Programmierschritte eindeutig richtig erfolgten und auch am Display bestätigt werden versagt der Regler seinen Dienst indem er sich weigert die Regelung der Drehzahl tatsächlich durchzuführen. Der Regler bleibt einfach im Schleppbetrieb. Es gibt auch Fälle wo bei absolut gleicher Einstellung die Regelung an manchen Tagen funktioniert um dann wieder unvermittelt den Dienst zu versagen.

Es gibt noch eine Beobachtung. Hier kann es vorkommen daß der Regler nur dann aktiviert wird wenn die Gasvorwahl sehr schnell aktiviert wird, bei langsamen Hochfahren der Drehzahl bleibt der Regler hingegen im Schleppbetrieb.

Bitte um Kommentar an ahahn.1(at)eunet.at falls jemand ähnliche Beobachtungen gemacht hat bzw. Abhilfe kennt. 

Grundsätzlich empfehle ich bei der Inbetriebnahme eines Drehzahlreglers folgenden Vorgangsweise:

  1. Mechanische Gasanlenkung so einstellen daß der gesamte Gasweg von Standgas bis Vollgas ohne Wegreduzierung am Sender erreicht werden (+/-100% Servoweg).
  2. Programmierung des Drehzahlreglers nach Anleitung. Besonders darauf aufpassen daß Vollgas und Standgaswerte nicht vertauscht sind.
  3. Überprüfung der Sensormagnete
  4. Beim Erstflug zuerst den Motor mit deaktivierten Drehzahlregler einstellen. Dazu muß natürlich eine Gaskurve programmiert sein, wobei diese nicht 100%-ig  genau eingestellt werden muß.
  5. Nun Drehzahlregler aktivieren. Am Anfang sollte man sich aus Sicherheitsgründen einen Schalter zum deaktivieren des Drehzahlreglers programmieren, z.B. kann bei aktivierter Autorotration der Zusatzkanal auf Minimum (bewirkt Schleppbetrieb) gestellt werden.
  6. Nun fahren wird die Drehzahl des mit Minimum-Pitch am Boden stehenden Helis per Gasvorwahl hoch. Dabei beobachten wir die Stellung des Gasservohebels, natürlich aus einer gewissen Sicherheitsentfernung.
  7. Bei richtiger Funktion wird der Drehzahlregler ab einer gewissen Drehzahl die Steuerung des Gasservos übernehmen. Der Drehzahltregler wird zuerst etwas Gas hinzugeben und bei Erreichen der Solldrehzahl das Gas wieder zurücknehmen. Beobachten wir also ein selbständiges Gasgeben und Gaszurücknehmen so wissen wird daß der Drehzahlregler sich nun im aktiven Zustand befindet. Mit dem Zusatzkanal sollte sich nun die Drehzahl verändern lassen.
  8. Falls beim Hochfahren das Servo in Richtung Vollgas läuft und daraufhin der Motor abrupt abstirbt ist das ein ziemlich sicheres Zeichen für eine zu magere Vergasereinstellung. also -->  Hauptdüsennadel aufdrehen.
  9. Falls beim Hochfahren das Servo in Richtung Vollgas läuft, dort bleibt und der Motor nur widerwillig bzw. überhaupt nicht auf Drehzahl kommt ist eine zu fette Vergasereinstellung die Ursache. Daher wird die Hauptdüsennadel zugedreht und wir wiederholen das Spiel bis der Motor das Gas annimmt
  10. Nun haben wird den Regler richtig in Betrieb. Wenn möglich sollte sollte die tatsächliche Rotordrehzahl mit einem Drehzahlmesser überprüft werden.Für einen 10ccm Heli liegen die typische Drehzahlen für den Schwebeflug bei etwa 1300-1500 Umdrehungen, für Kunstflug bei 1600-1800 Umdrehungen.
    Alle weiteren Schritte können nun entsprechend Anleitung oder persönlicher Vorlieben vorgenommen werden z.B Flugphasenumschaltung etc.

Beim GV-1 kann es nun passieren daß beim Hochfahren der Regler zuerst in den Regelbetrieb geht, dann aber beim Abheben den Regelbetrieb verläßt um wieder der Gaskurve zu folgen. Dies kann folgende Ursache haben:

Beim Abheben wird zuerst der Rotor entlastet und die Drehzahl würde bei gleicher Gasstellung ansteigen. Der GV-1 nimmt daher Gas zurück um die Drehzahl zu halten. Dabei kann er das Gas aber nur bis zu einem bestimmten Minimalwert (Programmierung des IDLE Wertes) verringern. Ist hier die Drehzahl immer noch weit über der Solldrehzahl so beschließt der GV-1 in den Schleppbetrieb zu gehen und bleibt auch dort. Dieser Effekt läßt sich wieder gut durch Beobachtung des Gasservos erkennen.

Abhilfe in diesem Fall bringt eine Neuprogrammierung des IDLE Wertes. Dieser Punkt wird damit einfach in Richtung Motor-Aus verändert und damit auch der Minimalpunkt in Richtung weniger Gas verschoben. Der Regler kann nun das Gas ausreichend reduzieren und wird nun richtig funktionieren.

Dies erklärt die Fälle wo die Regelung an manchen Tagen nicht funktioniert. Je nach Luftfeuchtigkeit und Vergasereinstellung nimmt der Motor das Gas unterschiedlich an und somit schwankt dieser Minimalpunkt. 

Hier noch eine Zusatzinfo von W. Meindl
Wenn die Gaskurve zu niedrig eingestellt ist ( z. B.: 5-Punkt-Gas, 2. Punkt niedriger als 1. und 3.) kann der Regler aus dem Regelbetrieb fallen.

Überprüfung: im Display vorgewählte Drehzahlanzeige wählen, die Anzeige muß über den ganzen Knüppelweg (Gasvorwahl auf vorgew. Wert) die vorgewählte Drehzahl zeigen (rs1 oder rs2) und darf nicht auf "0ff" gehen.

zeiger1.gif ROBBE Drehzahlregler CSC4
30-Mar-1999/Alois HAHN

Ich habe einige Regler der Serie CSC4  in Verwendung, da sie über gute Regeleigenschaften verfügen und auch sonst zuverlässig ihren Dienst tun.

Speziell die CSC4 Regler tut dies aber nur wenn die Stromversorgung einwandfrei funktioniert. Spannungseinbrüche werden besonders übel genommen und können je nach Version des CSC4 von Drehzahlschwankungen bis Totalversagen des Reglers führen.

Im Fall von unmotivierten Drehzahlschwankungen, unmotivierten Gasgeben/Gaswegnehmen und Funktionsausfällen des Drehzahlregelers sollte unbedingt die Stromversorgung überprüft werden.

Problematisch sind oft die Anschlußkabeln zu den Akkus. Hier sollte ein möglichst hoher Querschnitt gewählt werden. Dies gilt natürlich auch für die Verbindung vom Schalter zum Empfänger, hier verwende ich oft einfach ein zweites Kabel.

Ein Tip aus der Praxis. Falls obige Symptome im Flug bei einem, bisher immer problemlos funktionierenden Heli auftreten, dann sofort landen und Motor abstellen. Die Ursache könnte auch eine leerer Empfängerakku sein !!

Ähnlich Symptome treten auch bei einem gebrochenen Sensorkabel auf. Auch ein schwankender Abstand der Sensormagnete zum Hallsensor kann zu Problemen führen, z.B. wenn die Hauptrotorwelle ein vertikales Spiel hat.

Wenn überhaupt keine Ursache zu finden ist, kann auch schon einmal der Tausch der Sensormagnete zum Erfolg führen. Ich vermute daß die Magnete mit der Zeit ermüden können.

 

zeiger1.gif Drehzahltabelle für CSC4 und CSC2200
21-Sep-1999/Alois HAHN/Harry BINGEL

Die Vorgabe der Solldrehzahl für die Drehzahlregler CSC4 bzw. CSC2200 erfolgt über einen Zusatzkanal, meist K8. Um eine bestimmte Drehzahl zu erreichen empfiehlt sich der Einsatz eines Drehzahlmessers. Damit kann die Funktion des Reglers überprüft werden, besonders bei der Ersteinstellung ist dies besonders wichtig.

Falls einmal kein Drehzahlmesser zur Hand ist und man vielleicht nur kleinere Korrekturen vornehmen will, dann gibt es eine einfache Alternative.

Da die Drehzahl direkt von der Servoposition am Zusatzkanal (K8) abhängt kann die Solldrehzahl auch direkt über die K8 Position bestimmt werden.
Bei den meisten Fernsteuerungen gibt es einen Programmpunkt zur Servoanzeige, z.B. Code-74 bei MC20 oder Code-92 bei MC24. Hier läßt sich die eingestellte Position ablesen und über eine spezielle Umrechnungstabelle kann die Drehzahl sofort bestimmt werden.

In der folgenden Tabelle sind Prozentwerte für Graupner und für Futaba Anlagen angeführt. Die Werte sind nur richtig, wenn die Drehzahlaufnahme am Hauptrotor mit 3 Magneten erfolgt (3 Impulse pro Umdrehung).

Drehzahltabelle

Die einzelnen Tabellenwerte sind  stichprobenartig gemessen und Zwischenwerte wurde interpoliert. Die Überprüfung erfolgte mit eine Graupner MC24.

 

zeiger1.gif Spezielles zu Graupner Empfängern
19-Mai-2000/Alois HAHN

Bei Fail-Safe oder Totalausfall der Empfangsanlage sollte als Fehlerursache auch folgendes geprüft werden. 

Bei den meisten Graupner Empfängern (C17, PCM18, PCM20 etc.) darf zum Anschluß der Stromversorgung nur ein 2-poliges Kabel verwendet werden.

Sehr oft wird einfach ein 3-poliges Servokabel zur Versorgung verwendet. Dies ist an und für sich kein Problem und funktioniert tadellos.

Nur sollte man wissen, daß der unbenutzte (Impuls-)Anschluß eigentlich ein Testausgang ist und intern am Analogausgang des Empfangsteils hängt. Kommt dieses Signal mit Masse in Berührung  ist das Empfangssignal  weg und ein Empfängertotalausfall ist die Folge.

Passieren kann so ein Massekontakt beispielsweise im Schaltergehäuse, wo das  frei Ende des unbenutzten Impulsanschlusses in  der Luft endet.

Das freie Impulskabel kann auch Ursache für eine erhöhte Anfälligkeit des Empfängers gegenüber Störquellen wie Handys sein.

Daher immer die unbenutzte (orange) Impulsleitung komplett entfernen.

Eine weitere, jedoch seltene Fehlerquelle im Zusammenhang mit dem Empfängerquarz sollte ebenfalls geprüft werden. Am Empfängerquarz befindet sich normalerweise ein Isolierscheibe, welche verhindert daß das metallische Quarzgehäuse die Tulpen des Quarzsockels berührt. 

Fehlt diese durchsichtige Scheibe kann es beim kompletten Einstecken des Quarzes zu Empfangsstörungen oder Totalausfall kommen. Besonders heimtückisch; diese Störungen treten meist erst bei laufendem Motor auf.

Ein Freund hat auf diese Weise massenweise Stratos-Deltas verloren. 

Vielen Dank an Kai Pervölz für folgende Nachricht:

Hallo Alois!

Vielen Dank für Deinen Bericht "Spezielles zu Graupner
Empfängern". Er hat uns einen Aerotec Fotohelicopter gerettet.
Wir hatten genau das Problem, daß es ab und zu zum total-Ausfall
des Empfängers (zum Glück nur im Trainingsgestell) kam.
Bei uns war allerdings nicht das Problem, daß die
Isolationsscheibe fehlte.

Bei dem Graupner "mc-20 35s" sind direkt neben der Halterung für
den Quarz zwei Wiederstände angebracht, die direkte Verbindung
zu einem der Quarz-Kontakte haben. Diese Wiederstände sind
normalerweise mit einem Schutzlack überzogen, der aber durch
das Einstecken des Quarzes sehr leicht beschädigt werden kann.
Dadurch kommt das Quarzgehäuse mit einem der Kontakte in
Berührung.

Mit freundlichen Grüßen

Kai Pervölz

 



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